welche bedeutung hat soziokultur heute noch?
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von: küchenstudio indivi ...genau, genau, sagte ich mir, die Anregung noch gestern abend aufgegriffen, vorsichtshalber Musikantenstadl abgeschaltet, Räucherstäbchen entsorgt (natürlich nicht in den Biomüll!), ab in die Küche und streng nach Rezept, das Produkt: Selbstgebackenes! Echt individuell, dezidiert, nonkonform... Doch völlig unerwartet der Super-GAU: Ein bereits die Produktion heftig störender, in kürzester Zeit hemmungslos und alles verschlingender Konsumterror! Wie das denn? Ein Fehler im Rezept??? Schließlich des Rätsels Lösung, beim Studium aller Backzutatenverpackungen, die dringende Warnung an alle: Das Bittermandelöl (gabs leider nicht bio!), mit dem Zusatzstoff E007! Steht laut einer mühsam recherchierten, bislang geheim gehaltenen Liste der EFSA für: KITSCH! von: thomas liffert Von Kollektiven unabhängige Kulturproduktion hat immer dort Bedeutung, wo durch freiwillige Gleichschaltung = Konformität eine Mehrheitskultur sich etabliert. Und die beiden zeitgenössischen dominierenden Kollektive sind einerseits der konservative Musikantenstadl-Komplex und andererseits die "progressive" theosophisch-esoterisch angehauchte Öko-Schickeria. Beide produzieren ihren je eigenen Kitsch, seien es schreckliche Geschenkartikel oder sei es Selbstgebatiktes ect. Dieser Kitsch darf nicht alles sein, was an Kulturgütern produziert wird. Darum bedarf es dringend einer Kultur von unten - dies kann aber nur eine Kultur der individuellen dezidiert nonkonformen Produktion sein... von: erster sein wie so oft schwebt auch hier die definitionsfrage in raum. was ist soziokultur überhaupt? in erster linie ist sie ein begriff und ihr inhalt ist mit breitenkultur, basiskultur, subkultur, volkskultur ebenso unzulänglich oder nicht beschrieben (könnte ggf. auch als das jeweilig genaue gegenteil empfunden werden), wie gar mit sozikultur oder ähnlichen begriffshülsen. was steckt also letztendlich drin? das könnte man erst einmal debattieren, denn dieser inhalt könnte sehr vielschichtig interpretiert und wahrgenommen werden und ist gleichzeitig eine mögliche teildefinition, die da hieße: vielfalt! von: Lieber Christoph Goelitz - ich sehe Sie sind vom Fach, also mich nervt dieses vorgängige pflichtschuldige feststehende Hingestelle von böser Kapitalismus versus guter Sozialismus. Ansonsten bin ich extremer Fan autodidaktischer und privater Kunst - wobei mir weniger das Wohl der Allgemeinheit am Herzen liegt als vielmehr die Entstehung interessanter Kunst für diejenigen, welche auch immer willens sind, diese sich reinzuziehen. Und dieses sich reinziehen ist ja schon Konsum, die Kunstproduzenten müssen aber auch leben können von der Kunst etc. von: Christoph Goelitz hallo Ihr Kulturriesen, großes Kompliment nach Gotha für die Eröffnung dieser Debatte... Was wir seitens der LAG Soziokultur Thüringen auf unserer website bis heute nicht geschafft haben, so ein kleines, feines, aktuelles Debattierforum zu installieren, macht Ihr ohne viel Aufhebens mal so nebenbei! Ich würde gern vorschlagen, diese Seite direkt mit unserer soziokultur-website zu verlinken (einverstanden?), auch um das aktuelle Debattenthema all unseren Mitgliedern leichter zugänglich zu machen. von: thomas liffert Mir scheint Soziokultur der linke Bruder der Volkskultur. Allein schon die Kontrastierung "Kommerz" vs. "Gemeinnutz" - so als widerspräche sich beides eo ipso - ist ebenso falsch wie einengend. Von vorne herein sollen Apologeten des Kommerzes von der Debatte ausgeschlossen werden oder zumindest wissen, welche Interpretation von Kommerz und Gemeinnutz die Debatte dominiert. Die schlichte Frage, was am Handel mit Kulturgütern dem Gemeinnutz zuwiderläuft, ist schon vorab geklärt, obwohl sie es ist, welche debattiert gehört. von: erster sein um es kurz zu machen: in jeglicher Gesellschaftsform und gerade in der heutigen "Demokratie" braucht es einer Soziokultur, die nicht dumpfe und seichte Unterhaltung, sondern Kultur mit Hirn bietet und die Finger in die Wunden steckt (insofern finde ich den Punkt kalkulierte Krise auch äußerst charmant). |
